documenta X - home 21. Juni - 28. September 1997
Johan Grimonprez
Johan Grimonprez

Projektionsraum im Museum Fridericianum:

Dial H-I-S-T-O-R-Y, 1995-97 (Video)

Beware! In playing the phantom you become one, 1995-97 (Videothek)
in Zusammenarbeit mit Herman Asselberghs

Der für sein ethnographisches, als Kritik am westlichen Ethnozentrismus angelegtes Werk bekannte Johan Grimonprez ist mit zwei Projekten vertreten, die kritisieren, auf welche Weise die Medien heute die Kultur, die Geschichte und die Realität prägen.

Dial H-I-S-T-O-R-Y (1995-97) ist ein aus zwei je fünfzig Minuten langen Teilen bestehender Videofilm, der in Form einer Installation präsentiert wird. Sein visueller Ariadnefaden ist eine fast erschöpfende Chronologie der Flugzeugentführungen, die es bisher auf der Welt gegeben hat. Sein Ton repräsentiert eine fiktive Erzählung, die von zwei Romanen Don DeLillos inspiriert ist (White Noise und Mao II), in denen, so Grimonprez, »der Wert des Spektakulären in unserer Katastrophenkultur beleuchtet wird«. (...)

Dial H-I-S-T-O-R-Y vermischt photographische, elektronische und digitale Bilder und verzahnt Reportagen mit Stücken aus Science-fiction-Filmen, existierendem Filmmaterial und vom Künstler selbst gedrehten rekonstruierten Szenen. Die Fiktion macht es möglich, daß in diese Montage heterogene Elemente einfließen, so daß sich kritische Perspektiven mit privaten Geschichten vermischen. Dieses Werk, das das Medienspektakel anprangert, versucht den Einfluß der Bilder auf unsere Gefühle, unser Wissen und unser Gedächtnis aufzudecken.

»Beware! In playing the phantom you become one« (1995-97) ist eine zusammen mit dem Kritiker Herman Asselberghs entworfene Videothek zur Geschichte des Fernsehens.

(aus dem Text von Paul Sztulman im documenta X - Kurzführer)
Geboren 1962 in Trinidad & Tobago. Lebt in New York und Gent.
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